Noch ohne Titel 

Ein leises Geräusch weckte mich. Ich öffnete die Augen und starrte in das Gesicht eines Kamels. Es war so nahe, dass ich in der sengenden Hitze den stinkenden Atem roch. War es auch so durstig wie ich? Ich tastete nach der Feldflasche. Vergebens! Schlagartig wurde mir klar, dass sie mir auch die Feldflasche genommen hatten. Alles hatten sie mir genommen, bis auf das, was ich am Leibe trug und ein Tuch, das ich um den Kopf gewickelt hatte. Ich blickte am Kopf des Kamels empor. Saß da ein Reiter? Die hoch stehende Sonne blendete mich und gelbe Kreise flimmerten noch stärker vor meinen Augen. Ich konnte mich nicht entschließen, mich überhaupt zu bewegen. Noch schlimmer konnte die Suche aber nicht werden. Die Chance auf Leben sollte ich nutzen, um hier wegzukommen. Der Reiter sah mich ungläubig an. Ich gab wahrscheinlich ein erbärmliches Bild ab. Prüfend schaute er sich um. Dann sprach er aufgeregt in seiner Stammessprache. Ich verstand kein Wort. Er gab mir ein Zeichen, dass ich ihm folgen sollte. Ich versuchte aufzustehen, doch ich spürte meine Beine nicht mehr. 
Erst jetzt sah ich die etwas abseits stehenden anderen Reiter auf ihren Kamelen sitzend, die unruhig hin und her trippelten. Eine kräftige Hand packte mich, riss mich hoch und ehe ich begriff was überhaupt passierte, lag ich auf bäuchlings, quer auf dem Rücken eines Kamels. Die eiserne Hand drückte und hielt mich zugleich fest, na wenigsten unter Menschen, wenn auch fast ausgetrocknet! Ich versuchte mit kläglichen Lauten meiner ausgedörrten Kehle, in gebrochenem Englisch hinter mich zu fragen, ob mir jemand etwas zu Trinken geben könne. Daraufhin lockerte




Stand 29. März 2018